Medizinisches Cannabis und die Sicherheit der Patienten – warum Blüten u. A. mit „E-Beam“ bestrahlt werden.

Das E-Beam-Verfahren, auch bekannt als Elektronenstrahlsterilisation, ist eine Methode zur Sterilisation von medizinischen Cannabisblüten.

Beim E-Beam-Verfahren wird ein Elektronenstrahl eingesetzt, um schädliche Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen, Schimmelpilze und Viren abzutöten, die auf den Cannabisblüten vorhanden sein könnten. Der Elektronenstrahl wird auf die Blüten gerichtet, wodurch die DNA der Mikroorganismen geschädigt wird, was zu deren Abtötung führt und die Keimzahl verringert.

Dieses Sterilisationsverfahren mit ionisierenden Strahlen bietet mehrere Vorteile für medizinische Cannabisblüten, auch wenn es bei Konsumenten umstritten ist. Es ist ein nicht-thermisches Verfahren, das die Hitzebelastung minimiert und somit die Qualität der Blüten besser erhält. Im Vergleich zu anderen Sterilisationsmethoden wie der Dampfsterilisation oder der Bestrahlung von Blüten mit Gammastrahlen erfordert die E-Beam-Sterilisation keine chemischen Zusätze und hinterlässt keine Rückstände.

Medizinisches Cannabis und die Bestrahlung mit Gammastrahlen oder E-Beam - gut oder schlecht?

Darüber hinaus ermöglicht das E-Beam-Verfahren eine präzise und kontrollierte Sterilisation, bei der die Dosierung des Elektronenstrahls genau reguliert werden kann. Dies kann eine effektive Sterilisation gewährleisten, während gleichzeitig die Integrität und Qualität (Aussehen, Geruch, Geschmack, Wirkstoffe) der Blüten erhalten bleiben.

Wieso ist „E-Beam“ umstritten?

Patienten befürchten zum Beispiel:

  1. Potenzielle Auswirkungen auf den Cannabinoidgehalt: Einige Befürchtungen bestehen hinsichtlich der möglichen Veränderung des Cannabinoidgehalts durch das E-Beam-Verfahren. Einige argumentieren, dass der Elektronenstrahl die empfindlichen Cannabinoidmoleküle beeinflussen und ihre Potenz oder Wirksamkeit verringern könnte. Dies könnte bei Patienten Bedenken hervorrufen, die von bestimmten Cannabinoiden oder Cannabinoidprofilen für ihre spezifischen medizinischen Bedürfnisse abhängig sind.
  2. Unbekannte Langzeitwirkungen: Da das E-Beam-Verfahren relativ neu in Bezug auf die Sterilisation von medizinischem Cannabis ist, gibt es noch nicht viele Informationen über mögliche Langzeitwirkungen auf die Qualität oder Wirksamkeit der Blüten. Kritiker argumentieren, dass mehr Forschung und Langzeitstudien erforderlich sind, um die langfristigen Auswirkungen der E-Beam-Sterilisation auf medizinische Cannabisprodukte besser zu verstehen.
  3. Akzeptanz von Alternativen: Es gibt verschiedene alternative Methoden zur Sterilisation von medizinischem Cannabis, z. B. die traditionelle Hitzebehandlung (Autoklavieren) oder die Verwendung von Gammastrahlen. Einige Patienten und Fachleute bevorzugen möglicherweise andere Sterilisationsverfahren, bei denen es mehr Erfahrung und eine längere Anwendungsgeschichte gibt.

Laut Herstellern und Anwendern dieser Technologie seien die Bedenken unbegründet. So konnte z. B. laut Tilray, einem Produzenten von medizinischem Cannabis, bei Untersuchungen „…kein Unterschied in Hinblick auf THC- und CBD-Gehalt festgestellt werden. Auch das Terpenprofil blieb qualitativ erhalten.“. Auch fordern diese, dass die Bestrahlung rechtlich vorgeschrieben wird – für „einheitliche Qualitätsstandards“. Es gibt aber auch Hersteller, die bewusst auf die Bestrahlung verzichten und die auf die natürliche Form der Medizin setzten (unbehandelte Bio-Cannabisblüten), wie z. B. mediproCan Pharma.

Obwohl den den meisten Patienten natürliche, unbehandelte Cannabinoide lieber sind, muss zum Schutz dieser die mikrobiologische Qualität des Arzneimittels sichergestellt sein. Im Grunde verhält es sich wie in der Industrie allgemein: Industriell verarbeitete Produkte müssen zur Sicherheit der Verbraucher bei der Produktion gewisse Standards erfüllen (z. B. niedrige Keimzahlen), was meist auf Kosten der Natürlichkeit der Rohstoffe geht. Inwiefern, müssen weitere Untersuchungen und Studien zeigen.

Quellen: Wikipedia.org; chat.openai.com; apotheke-adhoc.de, Instagram
Fotos: © Jeff W, CDC @ Unsplash.com
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