Synthetische Cannabinoide: Wirkung, Risiken und rechtliche Aspekte dieser illegalen „neuen psychoaktiven Substanzen“

Synthetische Cannabinoide, auch bekannt als K2 oder Spice, sind künstlich hergestellte Verbindungen, die strukturell ähnlich wie natürliche Cannabinoide sind. In diesem Artikel werden wir uns näher mit den Eigenschaften, den Gesundheitsrisiken und den rechtlichen Aspekten dieser „Legal Highs“ oder „neuen psychoaktiven Substanzen“ (NPS) befassen, die in Deutschland gesetzlich verboten sind.

Was sind synthetische Cannabinoide?

Synthetische Cannabinoide werden im Labor hergestellt und basieren auf einer gezielten Modifikation der chemischen Struktur von Cannabinoiden. Durch diese Veränderungen können sie stärkere Bindungsaffinitäten zu den Cannabinoidrezeptoren aufweisen und auch andere Rezeptoren im Körper beeinflussen. Ursprünglich wurden sie entwickelt, um ähnliche psychoaktive Wirkungen wie Cannabis hervorzurufen.

Es gibt eine Vielzahl synthetischer Cannabinoide, die unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen aufweisen können.

Die bekanntesten synthetischen Cannabinoide

💀 JWH-018: Dieses Cannabinoid wurde erstmals vom Chemiker John W. Huffman synthetisiert. Es bindet stark an den CB1-Rezeptor und kann psychoaktive Wirkungen ähnlich wie THC hervorrufen.

💀 CP-47,497: Dieses Cannabinoid wurde ursprünglich von Pfizer entwickelt und ist ebenfalls ein CB1-Rezeptor-Agonist. Es hat eine hohe Bindungsaffinität und kann starke psychoaktive Effekte auslösen.

💀 AM-2201: Dieses synthetische Cannabinoid ist ein starker CB1-Rezeptor-Agonist und wurde in den 2000er Jahren als Designerdroge populär. Es kann eine intensive psychoaktive Wirkung haben und mit einer erhöhten Toxizität verbunden sein.

💀 XLR-11: Dieses Cannabinoid wurde in den 2010er Jahren als Designerdroge verwendet. Es ist ein starker CB1-Rezeptor-Agonist und kann zu einer Vielzahl von Wirkungen wie Euphorie, Entspannung und Halluzinationen führen.

Die Herstellung synthetischer Cannabinoide erfolgt normalerweise durch die Modifikation der chemischen Struktur von Cannabinoiden. Dies kann durch chemische Reaktionen und die Kombination von verschiedenen chemischen Vorläufern geschehen. Die genauen Herstellungsverfahren sind oft nicht öffentlich zugänglich, da sie illegal sind und zu gesundheitlichen Risiken führen können.

Wirkung und Risiken synthetischer Cannabinoide ⚠️

Im Vergleich zu natürlichen Cannabinoiden wie THC sind die Wirkungen synthetischer Cannabinoide viel unberechenbarer und potenziell gefährlicher. Durch die Modifikationen in der chemischen Struktur können sie verschiedene Rezeptoren im Gehirn aktivieren und zu einer Vielzahl von Effekten führen. Diese Effekte können von Euphorie und Entspannung bis hin zu Angstzuständen, Halluzinationen und Krampfanfällen reichen.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Fälle von schweren Nebenwirkungen und gesundheitlichen Komplikationen im Zusammenhang mit dem Konsum synthetischer Cannabinoide gemeldet. Dazu gehören Herzprobleme, Atembeschwerden, Verwirrtheit, Aggression und sogar Todesfälle. Die genaue Zusammensetzung und Dosierung der synthetischen Cannabinoide kann von Produkt zu Produkt stark variieren, was zu unvorhersehbaren Auswirkungen führt.

Rechtliche Aspekte und Verbote

Aufgrund der Gesundheitsrisiken und des Missbrauchspotenzials haben viele Länder und Regierungen Maßnahmen ergriffen, um synthetische Cannabinoide zu verbieten oder ihre Verwendung streng zu regulieren. Die rechtliche Situation variiert von Land zu Land, und Hersteller versuchen oft, die chemische Zusammensetzung leicht zu verändern, um den rechtlichen Bestimmungen zu entgehen. Dies stellt eine Herausforderung für Behörden und Gesetzgeber dar, die mit neuen Varianten von synthetischen Cannabinoiden konfrontiert werden.

Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG)

In Deutschland gilt seit 2016 das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG). Das Gesetz dient dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und zielt darauf ab, den Handel, die Herstellung, den Besitz, die Einfuhr und die Verbreitung von NPS einzuschränken. Es wurde eingeführt, um die Lücken im bestehenden Betäubungsmittelgesetz zu schließen, da die Hersteller von NPS ständig neue chemische Verbindungen entwickeln, um den rechtlichen Bestimmungen zu entgehen.

Das NpSG stellt den Umgang mit NPS unter Strafe, sofern sie nicht für wissenschaftliche oder medizinische Zwecke zugelassen sind. Es verbietet den Handel, die Herstellung, den Erwerb, den Besitz, die Einfuhr und die Ausfuhr von NPS, wenn sie zur psychoaktiven Verwendung bestimmt sind. Das Gesetz ermächtigt außerdem die Behörden, NPS zu beschlagnahmen und einzuziehen.

Die genaue Definition von NPS und die aufgeführten Substanzen können im NpSG nachgelesen werden. Das Gesetz wird regelmäßig aktualisiert, um neuen Entwicklungen und Trends auf dem Markt für psychoaktive Substanzen gerecht zu werden.

Synthetische Cannabinoide könnten sogar in Tablettenform angeboten werden - Vorsicht!

Die Unterscheidung von natürlichen Cannabinoiden

Im Gegensatz zu natürlichen Cannabinoiden können synthetische Cannabinoide oft nicht durch herkömmliche Drogentests nachgewiesen werden. Ihre chemische Zusammensetzung unterscheidet sich von natürlichen Cannabinoiden wie THC, was die Identifizierung im Körper erschwert. Dies stellt ein Problem dar, da synthetische Cannabinoide aufgrund ihrer psychoaktiven Eigenschaften eine ähnliche Wirkung wie Cannabis haben, jedoch mit erheblich höheren Risiken verbunden sind.

Fazit

Synthetische Cannabinoide sind künstlich hergestellte Verbindungen, die strukturell ähnlich wie natürliche Cannabinoide sind. Obwohl sie ursprünglich entwickelt wurden, um ähnliche Wirkungen wie Cannabis zu erzeugen, sind ihre Effekte und Risiken unberechenbar und potenziell sehr gefährlich. Der Konsum von synthetischen Cannabinoiden ist mit schweren Nebenwirkungen und gesundheitlichen Komplikationen verbunden. Darüber hinaus unterliegen sie aufgrund ihres Missbrauchspotenzials und ihrer Gesundheitsrisiken in vielen Ländern rechtlichen Beschränkungen und sind in Deutschland illegal.

Es ist wichtig, über die Risiken synthetischer Cannabinoide informiert zu sein und zu verstehen, dass natürliche Cannabinoide, wie sie in der Hanfpflanze vorkommen, nicht mit synthetischen Varianten gleichgesetzt werden sollten. Der Missbrauch synthetischer Cannabinoide ist äußerst gefährlich, daher wird dringend davon abgeraten.

Disclaimer: Bitte beachte, dass dieser Blog-Artikel lediglich eine persönliche Meinung darstellt und keinesfalls eine rechtliche oder gesundheitliche Beratung bei Fachpersonal (Anwälte/Ärzte) ersetzt.

Quellen: Wikipedia.org; chat.openai.com; gesetze-im-internet.de
Fotos: © Fulvio Ciccolo, Roberto Valdivia @ Unsplash.com
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